Schulsozialarbeit

Das Karlsgymnasium pflegt seit einigen Jahren eine enge Kooperation mit der benachbarten Hochschule / Fachbereich Soziale Arbeit und mit der Katholischen Stiftungshochschule München.

Die Grundidee: Das achtjährige Gymnasium kann seine gewachsenen erzieherischen und sozialen Aufgaben nur erfüllen, wenn professionelles Personal für diesen Bereich zur Verfügung steht. Was soll, was kann „Schulsozialarbeit“ an einem „normalen“ Gymnasium konkret leisten? Wie kann sie mit dem unterrichtlichen Geschehen am Vormittag verknüpft sein? Diesen und anderen Fragen geht die Kooperation mit den Fachhochschulen nach.

Dazu werden auch Studenten unterschiedlichen Semesters an der Schule eingesetzt. Dies kann einerseits projektbezogen und zeitlich auf einige Wochen befristet sein oder auch in Form eines Vollzeit-Halbjahrespraktikums.
Seit Dezember 2008 wird die Institutionalsierung der Schulsozialarbeit am Karlsgymnasium von einer festangestellten sozialpädagogischen Fachkraft in enger Kooperation mit dem pädagogischen Team weiterentwickelt. Die Schwerpunkte der Arbeit werden in folgenden Tätigkeiten gesehen:

Gestaltung der Mittagspause im Rahmen des Ganztagsangebots am Karlsgymnasium

Individuelle Förderung:

Angesichts gestiegener Leistungsanforderungen an die Schülerinnen/Schüler des G8 ist es unverzichtbar, frühzeitig Leistungs- und Motivationsschwierigkeiten entgegenzuwirken. Das von der Schulsozialarbeit und der Schulpsychologin erarbeitete Förderkonzept im Rahmen von „Lernen lernen“ ist deshalb ein wichtiger Baustein einer kostenlosen und professionellen Hilfe, das eigene Lernverhalten zu reflektieren und zu optimieren. Die Umsetzung erfolgt einerseits in regelmäßigen Kursen, wird aber bei Bedarf auch für einzelne Klassen oder Schülerinnen/Schüler individuell modifiziert.

Neben diesem verstärkt an schulische Herausforderungen ausgerichteten Angebot gilt es den Einflüssen der außerschulischen Lebenswelt, die sich in sozio-emotionalen, aber auch kognitiven Problemen der Schüler äußern, mit fachspezifischen Methoden wie Einzelgesprächen und -coaching wirkungsvoll zu begegnen.

Klassencoaching:

In enger Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium entwickelt die Schulsozialarbeit präventiv ausgerichtete Programme für einzelne Klassen, die auf eine Verbesserung des Klassenklimas und eine gesteigerte Eigenverantwortlichkeit wie auch auf die Arbeitshaltung der Schüler zielen.

Darüber hinaus soll in den angedachten Klassenstunden eine besondere Möglichkeit geschaffen werden, sich einerseits offen und konstruktiv für die eigenen Belange und Wünsche einzusetzen, als auch sein Wissen im Rahmen vorab vereinbarter Themen jenseits des Curriculums zu erweitern.

Zukünftige Herausforderungen für die nachfolgenden Generationen können nur mit den oft beschworenen Schlüsselqualifikationen wie Flexibilität, Teamfähigkeit oder Kreativität gelöst werden, zu deren Erlangung die Schulsozialarbeit mit ihren Methoden und Angeboten beitragen will und wird.

Projektangebote:

Um den Lernort Schule mehr und mehr in einen Lebensraum Schule zu verwandeln, bedarf es eines flexiblen und auf die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler abgestimmten Teilbereiches, der sich jahrgangsspezifisch und in regelmäßigen Abständen in Form von Projekttagen Themen wie Genderaspekte, Suchtprävention oder der Berufsorientierung widmet.
Allen voran soll hier die Erkenntnis, dass Räume Menschen machen, nicht ausgeblendet werden, sondern vielmehr in zukünftige Projekten, die eine gemeinsame Gestaltung unseres Schulgebäudes vorsehen, einfließen.

PraktikantInnenbetreuung:

Gemeinsam mit den hauptberuflichen Fachkräften begleiten, unterstützen und ergänzen PraktikanntInnen der Fachhochschulen Münchens unser bestehendes Angebot. So erhalten angehende Sozialpädagogen einen wichtigen Einblick in die Entwicklung und Umsetzung sozialer Arbeit an einem Gymnasium, die im Rahmen der angestrebten „individuellen Förderung“ mögliche Impulse für andere Schulen setzt. Dadurch wird ein Praktikum am Karlsgymnasium zu einem wichtigen Schritt, fachlich betreut, eigenverantwortlich und kreativ an einem Ort des Lernens sowohl selbst neue Erfahrungen zu sammeln, als auch an einem wichtigen Entwicklungsprozess Anteil zu nehmen.

Netzwerkarbeit:

Entwicklung erfordert Innovation, die nur im konstanten Austausch mit anderen Institutionen und Fachkräften geleistet werden kann. Die Schulsozialarbeit steht dahingehend in einem Kontakt mit Fachvertretern der Hochschulen Münchens und stößt eine Verknüpfung von anderen Schulsozialarbeitern an, um einen schnellen Informationsfluss und die gegenseitge Befruchtung zu gewährleisten.
In Form von Einzelprojekten könnte unsere Schule zukünftig an Veranstaltungen zur Präsentation innovativer Schulsozialarbeit in enger Kooperation mit anderen Schulen Münchens agieren und so die positive Wirkung der zusätzlichen fachlichen Ressourcen öffentlich demonstrieren. 

Weiter gedacht:

Wenn Schule zu einem Lebensort werden soll, muss langfristig gesehen die Lebenswirklichkeit von Schülerinnen und Schülern genügend Anknüpfungspunkte haben, sich im Schulsystem zu verankern. Dies schließt letztendlich auch die enge Arbeit mit den Eltern und die Gemeinwesenarbeit mit ein.